Meine Geschichte ♡
Ich habe meinen Bachelor in Krankenpflege abgeschlossen, doch tief in mir wusste ich schnell, dass meine Zukunft woanders liegt. Während meines Studiums suchte ich nach etwas, das wirklich zu mir passt — etwas Kreatives, etwas Persönliches, etwas, das sich wie Ankommen anfühlt.
Im Jahr 2020, als die Welt stillstand, bot sich mir eine unerwartete Chance, die alles veränderte. Ich durfte das Hotel — damals noch ein charmantes, aber stark veraltetes Gebäude — für vier Monate als Pop‑up eröffnen. Ich war 21, ohne Erfahrung, ohne Netzwerk und mit kaum Ressourcen. Aber ich hatte einen Traum, eine unerschöpfliche Energie und das Gefühl, dass dieser Ort vielleicht meiner werden könnte.
Die Monate vor der Eröffnung waren intensiv. Zwischen Praktika und Prüfungen frischt ich das Hotel mit dem auf, was ich hatte: Farbe, Kreativität und viel Durchhaltevermögen. Ich baute eine Website, stellte das Hotel online, kontaktierte Lieferanten, machte Werbung… alles aus meinem Studentenzimmer heraus, ohne jegliche unternehmerische Erfahrung. Es war aufregend, chaotisch und manchmal überwältigend.
Als der Sommer 2021 begann, arbeitete ich sieben Tage die Woche. Ich machte Fehler, lernte schnell, weinte vor Erschöpfung — aber auch vor Stolz. Und irgendwo dazwischen entdeckte ich etwas Wichtiges: Das fühlte sich nicht wie Arbeit an. Es fühlte sich wie eine Berufung an.
Nach diesem ersten Sommer wusste ich, dass ich weitermachen wollte. Meine Eltern wollten, dass ich mein Studium abschließe, also kombinierte ich meine Ausbildung mit drei Sommern Pop‑up Hotel Azur. Alles, was ich verdiente, investierte ich wieder in das Hotel. Jedes Jahr wurde es ein wenig schöner, ein wenig mehr Boutique, ein wenig mehr „ich“.
Nach meinem Abschluss stand ich vor einer Entscheidung, die mein Leben bestimmen würde: entweder höre ich hier auf, oder ich renoviere das gesamte Hotel und wage den Sprung. Ich entschied mich für Letzteres — mit all der Spannung, dem Risiko und den Träumen, die dazugehören.
2024 wurde Hotel Azur vollständig renoviert. Zwei Jahre später, mit 26, führe ich das Hotel nun hauptberuflich — und es fühlt sich immer noch an, als würde ich jeden Tag meinen Traum leben. Ich empfange meine Gäste so, wie ich selbst gerne empfangen werde: warm, persönlich, mit Liebe zum Detail und einem Herz für Ästhetik.
Und das Schönste? Ich darf dieses Abenteuer mit meinem Hund teilen, der inzwischen ein fester Teil des Konzepts ist und jeden Tag Freude bringt.
Nichts davon wäre ohne meine Familie möglich gewesen — meine Eltern und Schwestern, die von Anfang an geholfen, unterstützt und an mich geglaubt haben. Hotel Azur ist meine Geschichte, aber auch ihre.
Und das ist erst der Anfang. ♡